Priska Hinz, MdB

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27. Januar 2006

Deutschpflicht auf dem Schulhof?

Vom Pausenhof einer Berliner Realschule aus ist eine hitzige Debatte entbrannt: Darf man Schülerinnen und Schüler dazu verpflichten, auch außerhalb des Unterrichts auf dem Schulgelände nur deutsch zu sprechen?

Wir sprechen uns klar dagegen aus, für alle Schulen eine Deutschpflicht verordnen zu wollen, die dann auch noch streng sanktioniert würde. Wenn aber Eltern sowie Schüler- und Lehrerschaft übereinstimmend der Meinung sind, dass die Chance auf Bildungsbeteiligung durch die Benutzung der deutschen Sprache während des ganzen Schulalltags vergrößert wird, und freiwillig und gemeinsam eine entsprechende Regelung vereinbaren, sollte die Politik ihnen dies nicht verbieten.

Gerade Bündnis 90 /Die Grünen fordern schon lange mehr Autonomie für die Schulen. Dazu gehört auch die Umsetzung eigener pädagogischer Konzepte, die auf die besonderen Gegebenheiten einer Schule - wie z.B. 90 Prozent nicht deutschsprachige Schülerinnen und Schüler - eingehen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten angemessen eingebunden werden.

Mehrsprachigkeit darf jedoch nicht als etwas betrachtet werden, das es an Schulen zu vermeiden gilt. Im Gegenteil: Kompetenzen, die aus einer anderen kulturellen und sprachlichen Herkunft resultieren, sollten als Bereicherung verstanden, gefördert und in pädagogischen Konzepten aufgegriffen werden. Ein Beispiel ist Ergänzungs-Unterricht in den Herkunftssprachen der Migrantinnen und Migranten, zu dem auch deutsche Schülerinnen und Schüler Zugang haben. Integration darf keine Einbahnstraße sein.

 

Autorenpapier "Deutschpflicht an Schulen" als PDF

Zusätzliche Information

Autorenpapier "Deutschpflicht an Schulen"

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