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Zur Ankündigung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, die geisteswissenschaftliche Forschung stärker zu fördern, erklärt Priska Hinz, bildungs- und forschungspolitische Sprecherin:
Frau Schavan schmückt sich mit fremden Federn. Die von ihr derzeit publikumswirksam angekündigte Initiative zur Förderung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften stammt von Rot-Grün. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD haben dieses Projekt seit 2004 energisch vorangetrieben. Im Frühjahr 2005 wurden daraufhin die 13,5 Millionen Euro über drei Jahre hin für die "Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog" zur Verfügung gestellt und die beiden Förderstränge ausgeschrieben, deren Gewinner Frau Schavan nun stolz präsentiert.
Für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ist es eine frohe Nachricht, dass ihren Forschungsprojekten endlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wenn Frau Schavan aber tatsächlich aus eigenem Antrieb die Geisteswissenschaften fördern will, dann sollte sie im Haushaltsentwurf 2006 dafür neue und zusätzliche Zeichen setzen. Sich allein mit dem zu schmücken, was die Vorgängerregierung auf den Weg gebracht hat, ist zu dürftig. Die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften bedürfen stattdessen weiterer, auch finanzieller Impulse.