Weiterbildung zur vierten Säule des Bildungssystems machen
Zur Vorlage des Weiterbildungsberichts der Bundesregierung erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin: Die Bundesregierung erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf. Mit dem Weiterbildungsbericht liegt nun endlich die Grundlage vor, auf der die Ministerin ihren neuen "wissensbasierten" Regierungsstil entwickeln kann. Jetzt sind wir gespannt, welche Schlüsse sie aus den Ergebnissen des Berichts ziehen wird. Bisher erschien ja gerade die Union uneinig: kein Weiterbildungsgesetz, so die Ministerin vor kurzem, doch lieber eines geben, so der berufsbildungspolitische Sprecher.
Wir fordern die Regierung auf, jetzt bald konkrete Vorschläge zu machen, wie die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung deutlich und nachhaltig gesteigert werden kann. Die Politik ist aufgefordert, Weiterbildung als vierte Säule des Bildungssystems auszubauen. Besonderes Augenmerk muss auf bisher benachteiligte Gruppen gelegt werden. Unterstützende Konzepte für Lebenslanges Lernen müssen daher vor allem ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Frauen – insbesondere Mütter – und Geringqualifizierte berücksichtigen.
Es ist bedauerlich, dass gerade im Bereich der betrieblichen Weiterbildung die Teilnahmezahlen gesunken sind. Denn vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung nimmt die Bedeutung von Lebenslangem Lernen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stetig zu. Unternehmen müssen Investitionen in Weiterbildung als Voraussetzung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit begreifen.
Weiterbildung muss aber auch auf gesicherten finanziellen Füßen stehen. Wir fordern Bildungssparen und insolvenzgesicherte Lernzeitkonten. Außerdem sollte der Vorschlag der Kommission Lebenslanges Lernen für ein Erwachsenenbildungsförderungsgesetz aufgegriffen werden.
Der Bericht kann abgerufen werden unter:
www.bmbf.de/pub/berichtssystem_weiterbildung_neun.pdf