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PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Zu den Vorschlägen des Juso-Chefs Böhning für eine Reform des Ausbildungssystems erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Die Jungsozialen ziehen die falschen Schlüsse aus einer teilweise richtigen Analyse.
Es trifft zu, dass die Lage am Ausbildungsmarkt unbefriedigend ist und zu wenig Ausbildungsplätze bereitstehen. Die Ausbildung in Deutschland quasi zu verstaatlichen ist jedoch der falsche Weg. Wer jungen Menschen nach der Ausbildung eine qualifizierte Beschäftigung sichern will, muss berufsnah ausbilden. Das bedeutet, dass Inhalte und Qualität gemeinsam mit den Firmen und Kammern entwickelt und festgelegt werden müssen.
Äußerst fraglich ist zudem, wo so plötzlich die vielen qualifizierten Ausbilderinnen und Ausbilder herkommen sollen, die man für 100.000 zusätzliche staatliche Ausbildungsplätze bräuchte. Der Vorschlag der Jusos wird lediglich dazu führen, dass der Staat eine noch größere finanzielle Verantwortung bei der Ausbildung übernehmen muss.
Wichtiger wäre es, die Ausbildungspotenziale in den Betrieben zu fördern. Es ist aber auch klar, dass es im ureigensten Interesse von Unternehmen liegt, gut ausgebildetes Personal zu haben. Deshalb müssen die Betriebe zu weiteren Anstrengungen bereit sein.