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2. März 2006

Konsequenzen aus DESI Studie ziehen – Lehrerausbildung verbessern

Zu den Ergebnissen der Schulleistungsstudie DESI (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:

Auch die jüngste Schulleistungsstudie DESI zeigt wieder deutlich die sehr großen Leistungsunterschiede von Schülerinnen und Schülern in Deutschland, diesmal im Deutsch- und Englischunterricht. Es ist fatal, dass zwei Drittel der Hauptschülerinnen und Hauptschüler die Standards des Englischunterrichts nicht erreichen. Denn dies bedeutet, dass sie bei der Suche nach einem qualifizierten Ausbildungsplatz benachteiligt sind. Es reicht nicht, sich bei den Schulleistungen auf einer kleinen Spitze auszuruhen, die Leistungen müssen in der Breite besser werden.

Aus DESI müssen Konsequenzen für den Unterricht gezogen werden, vor allem im Bereich der Qualitätsentwicklung: Lehrerinnen und Lehrer müssen ihre pädagogischen Fähigkeiten weiterentwickeln – und zwar unabhängig davon, in welcher Schulform sie unterrichten. Dies erfordert einerseits qualifizierte Fort- und Weiterbildung, andererseits muss aber auch die Lehrerausbildung entsprechend verändert werden. Die gravierenden Unterschiede zwischen den Bundesländern in diesem Bereich sind unnötige Hemmfaktoren. Die KMK muss dafür sorgen, die Inhalte der Lehrerausbildung abzustimmen und zu vereinheitlichen.

Von  besonderem Nachteil stellt sich in diesem Zusammenhang wiederum die geplante Föderalismusreform heraus. Denn sie würde eine konzertierte Reaktion auf die Ergebnisse solcher Studien erschweren. Nach Veröffentlichung der Studie TIMSS wurde beispielsweise das Bund-Länder-Programm SINUS aufgelegt, das nachweislich Verbesserungen im naturwissenschaftlichen Unterricht erbracht hat. Solch ein Programm wäre jetzt für den sprachlichen Bereich notwendig, aber nach der geplanten Föderalismusreform ausgeschlossen.

Bemerkenswert ist, dass in einer umfassenden Studie nachgewiesen wurde, dass die Klassengröße Auswirkungen auf Unterrichtsstil und -ergebnisse hat. Dieser Befund sollte zum Anlass genommen werden, angesichts der heute oft übervollen Klassen über zusätzliche Maßnahmen nachzudenken, wie personelle Unterstützung im Unterricht für Kleingruppen realisiert werden kann. Möglich wäre beispielsweise der Einsatz von Unterrichtsassistenten.

Die Ergebnisse von DESI zur Klassengröße geben aber auch einen Hinweis für die künftige Ausrichtung der finanzpolitischen Prioritäten: Der Rückgang der Schülerzahlen sollte nicht zum Abbau von Lehrerstellen führen. Wichtig wären schulbezogene Budgets, mit denen die Schulen entsprechend ihrer Unterrichtssituation qualifiziertes Personal einstellen können.

Man darf gespannt sein, welche Konsequenzen zur Unterrichtsverbesserung die KMK bei ihrer derzeitigen Sitzung aus der DESI-Studie zieht.

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