Priska Hinz, MdB

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12. Juli 2006

Integrationspolitik – Union in alten Reflexen gefangen

Zur Debatte über die Sprachförderung von Migrantenkindern erklären Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin und Josef Winkler, integrationspolitischer Sprecher:

Es soll der große Gipfel der Integration werden. Aber nun reden CDU und CSU wieder nur über Bestrafung und Sanktionen. Migrantinnen und Migranten sollen Bußgelder zahlen, wenn ihre Kinder nicht am Sprachkurs teilnehmen. Und wenn das Kind kein Deutsch kann, wird es nicht eingeschult. Mit diesem reflexhaften Sanktionsgerede vertut die Union die Chance auf eine positive und integrationsfördernde Grundstimmung  in unserem Land.

Den ersten Fehler hat sie ja schon mit der Föderalismusreform begangen, die eine eigene Initiative des Bundes für bessere Bildung in Zukunft verhindert.

Anstatt krampfhaft über Bestrafungsmechanismen zu sinnieren, sollte die Union sich lieber darüber Gedanken machen, wie die bisher völlig unzureichenden Angebote für frühkindliche Sprachförderung ausgebaut werden können. Außerdem müssen die Aus- und Fortbildung des Personals verbessert und Migranteneltern stärker in die Bildungsangebote und -konzepte der Kitas einbezogen werden. Das sollte die Union auf dem Gipfel mit den Verantwortlichen besprechen! Nebenbei bemerkt gibt es auch zahlreiche Kinder ohne Migrationshintergrund, die Sprachdefizite haben und eine frühe und individuelle Förderung brauchen.

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