
NR. 0925/2006
Datum: 14. Juli 2006
Zur Zwischenbilanz des Ausbildungspaktes 2006 erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Die Ergebnisse des heutigen Treffens zum Ausbildungspakt sind dürftig. Besonders ärgerlich ist, dass Regierung und Wirtschaft die so genannten Einstiegsqualifizierungen (EQJ) als Allheilmittel für benachteiligte Jugendliche anpreisen. Zwar verschaffen diese Praktika vielen Jugendlichen im Anschluss einen betrieblichen Ausbildungsplatz und haben somit den gewünschten Klebeeffekt. Wenn jedoch über die Hälfte der EQJ-Teilnehmer einen Realschulabschluss oder Abitur hat, kann keinesfalls davon die Rede sein, dass hier die anvisierte Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen erreicht worden ist.
Es verwundert auch nicht, dass die Wirtschaft gerade bei den Einstiegspraktika großzügig eine Ausweitung verspricht, muss sie doch die Kosten dafür nicht tragen.
Leider zeichnet sich auch der zuständige Minister Glos nicht durch besonders brillante Einfälle aus. Er will die Lehrlingsgehälter einfrieren, obwohl selbst im Arbeitgeberlager umstritten ist, ob diese Maßnahme überhaupt helfen würde.
Wir haben erst kürzlich 10 Grüne Vorschläge für mehr Ausbildung vorgelegt. Insbesondere für benachteiligte Jugendliche muss mehr passieren. Daher fordern wir die Einrichtung von Produktionsschulen. Solche praxisorientierten, pädagogisch hochwertigen und gut ausgestatteten beruflichen Schulen können auch die Jugendlichen erreichen, die vom schulischen Lernen eigentlich die Nase voll hatten.
Ebenso wichtig ist, dass alle Jugendlichen den gleichen Zugang zur Berufsberatung haben. Daher muss die Trennung zwischen Jugendlichen, die unter "Bedarfsgemeinschaft nach SGB II" fallen, und Jugendlichen, denen nach SGB III die Arbeitsagentur Berufsberatung zukommen lässt, aufgehoben werden.
Die 10 Grünen Vorschläge finden Sie unter
http://www.priska-hinz.de/cms/default/dokbin/139/139035.pdf.