
NR. 0932/2006
Datum: 17. Juli 2006
Anlässlich der Veröffentlichung der Studie "Demographie als Chance" der Robert-Bosch-Stiftung erklären Britta Hasselmann, demografiepolitische Sprecherin, und Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Endlich erscheint eine Studie, die entgegen dem üblichen Tenor in den Medien auch von positiven Seiten des demografischen Wandels zu berichten weiß. Die Länder werden nach Angaben der Studie bis zum Jahr 2020 freie Mittel in Höhe von 80 bis 100 Milliarden Euro durch den Rückgang der Schülerzahlen erhalten.
Dies darf jedoch kein Freifahrtschein für den Rückzug aus der Bildungspolitik sein. Im Gegenteil: Wir fordern, dass das Geld in der Bildung bleiben muss. Denn im internationalen Vergleich haben wir eindeutig zu viele Bildungsverlierer. Wir brauchen daher eine Qualitätsoffensive für das deutsche Bildungssystem.
Die Lösung lautet: Mehr in die frühkindliche Bildung investieren, mehr Ganztagsschulen schaffen und bessere Förderung durch kleinere Klassen ermöglichen. Außerdem sollen Schulen eigenverantwortlich sein und aus einem eigenen Schulbudget nach Bedarf zusätzliche Fachkräfte einstellen können, zum Beispiel auch Unterrichtsassistenten und Sozialpädagogen.
Der Rückgang der Schülerzahlen darf aber nicht den Blick dafür verstellen, dass es auf einer anderen Bildungsbaustelle großes Gedränge geben wird: an den Hochschulen. Die Studierendenzahlen werden in den nächsten Jahren massiv ansteigen. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit den Ländern den Kapazitätsausbau sowie bessere Bedingungen in der Lehre voranzutreiben.