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28. August 2006

Stammzellforschung - Sorgfalt statt Heilsversprechen

Zur Debatte um die "ethisch saubere" Gewinnung von Stammzellen erklärt Priska Hinz, forschungspolitische Sprecherin:

Wir fordern die Forschungspolitiker von FDP und CDU/CSU auf, mehr Sorgfalt bei ihrer Arbeit walten zu lassen. Es ist unseriös, jede Sensationsmeldung in der Stammzellforschung ungeprüft zum Angriff auf das deutsche Stammzellgesetz zu nutzen.

Die übereilten Reaktionen auf die Meldung, es sei gelungen, Stammzellen herzustellen, ohne Embryonen zu zerstören, zeigt vor allem eines: mit aller Macht wird versucht, das deutsche Recht wegzureden und die Stichtagsregelung auszuhebeln.

Doch die "ethisch saubere" Herstellung von Stammzelllinien ist eine Illusion. Am Wochenende musste die Fachzeitschrift "Nature" eingestehen, dass kein einziger Embryo nach dem Experiment des US-Forschers Lanza intakt blieb und das veröffentlichte Foto nicht von den in der Arbeit verwendeten Embryonen stammt.

Fachzeitschriften müssen ihre Review-Verfahren verbessern, um solche falschen Veröffentlichungen zu verhindern. Scheinbar hat man aus dem Fall des südkoreanischen Klonforschers Hwang nichts gelernt. Auch ein Blick auf die Hintergründe - Lanzas börsennotierte Biotech-Firma stand sehr unter Erfolgsdruck - sollte die Verantwortlichen dazu bringen, vermeintliche Erfolgsmeldungen genauer unter die Lupe zu nehmen.

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