
NR. 1274/2006
Datum: 11. Oktober 2006
Zur Vorlage der aktuellen Ausbildungszahlen zum Ende des Ausbildungsjahres 2005/06 erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
50 000 Jugendliche stehen vor dem Nichts. Sie haben trotz Suche keinen Ausbildungsplatz. Und selbst die leise Hoffnung auf eine Eintrittskarte ins Berufsleben durch ein qualifizierendes Praktikum oder Berufsvorbereitung fehlt ihnen. Hinzu kommen rund 85 000 Lehrstellenbewerber, die ohne jegliche Qualifizierung oder Berufsausbildung in einen Job flüchten. Ihre Perspektive ist ähnlich düster. Das Ganze ist ein Skandal.
Da helfen weder beschönigende Pressemitteilungen der zuständigen Minister noch ein Abwiegeln der Wirtschaftsverbände. Fakt bleibt: Zu wenig Betriebe bilden aus, zu viele Jugendliche hängen in nutzlosen Warteschleifen, zu viele Jugendliche haben überhaupt keine Perspektive.
Die Bundesregierung muss endlich die Strukturen in der Ausbildung modernisieren, das Maßnahmengestrüpp lichten und besser koordinieren. Frau Schavan, wir können nicht bis Sommer 2007 auf die Ergebnisse ihres Innovationskreises warten! Neuerungen müssen endlich angepackt werden, damit sie bis zum Beginn des nächsten Ausbildungsjahres wirken können.
Wir haben detaillierte Vorschläge für Verbesserungen in der beruflichen Ausbildung gemacht. Diese reichen von der besseren Anerkennung kleiner Qualifizierungsschritte und außerbetrieblicher Ausbildungen bis zur Einrichtung von Produktionsschulen. Außerdem fordern wir, aus den diesjährigen Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit als einmalige Notmaßnahme ein Programm für 50 000 zusätzliche Ausbildungsplätze aufzulegen.