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PRESSEMITTEILUNG

NR. 1289/2006
Datum: 16. Oktober 2006

Ausbildung - Regierung hat versagt

Zur Lage am Ausbildungsstellenmarkt erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:

Die Regierung hat versagt. Ein Jahr nach Antritt der großen Koalition ist die Lage auf dem Lehrstellenmarkt schlimmer als zuvor. Wenn Wirtschaftsminister Glos behauptet, bis Ende des Jahres werde jeder der bisher unversorgten 50 000 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bekommen, ist dies eine kaum zu überbietende Realitätsverweigerung.

Aber auch die SPD-Minister stehen in der Pflicht. Wer über neue Unterschichten debattiert, darf nicht in Hartz-IV-Diskussionen hängen bleiben. Vielmehr müssen alle Anstrengungen darauf verwendet werden, den Zugang zu Bildung zu verbessern und Kinder und Jugendliche in den Bildungseinrichtungen besser und individueller zu fördern.

Wir fordern für die Ausbildung einen Mix aus kurzfristigen Maßnahmen und strukturellen Veränderungen. Am Freitag wird unser Antrag dazu im Parlament beraten. Kurzfristig wollen wir ein einmaliges Sofortprogramm für 50 000 Ausbildungsplätze, das aus den Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Auf diese Weise erhält die große Zahl der Altbewerberinnen und -bewerber eine Chance

Mittel- und langfristig wollen wir die Strukturen im Ausbildungssystem modernisieren und flexibilisieren. Dazu gehört beispielsweise, kleinere Qualifizierungsabschnitte vor einer Ausbildung besser anzuerkennen, damit sie auf Ausbildungen anrechenbar sind. So vermitteln sie Jugendlichen einen spürbaren Erfolg und lassen Warteschleifen zu sinnvollen Lernketten werden. Außerdem wollen wir zusammen mit den Ländern Produktionsschulen einrichten, die Lernschwachen eine gute Möglichkeit für eine praxisorientierte Ausbildung geben.