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Mögliche Verbesserungen des Zuwanderergesetzes sind die eine Sache, wenn man über die Integration von Ausländern spricht. Aber wie bietet man denjenigen eine Perspektive, die schon lange in Deutschland sind? Diese Frage stellte die Bildungs- und Forschungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Priska Hinz, beim Besuch des Zentrums für Internationale Bildung und Begegnung (ZIBB). Hinz, Mitautorin des 'Integrationspapiers' der Bundestagsfraktion, betonte, dass die Grünen – stärker als früher – auch von den Migranten selbst Anstrengungen beim Deutschlernen und Respekt vor dem Rechtsstaat fordern.
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| Geschäftsführerin Dr. Sofia Ott (links) im Gespräch mit Priska Hinz |
Hinz war sich mit zwei Parteifreunden – der neuen Giessener Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich und Kreistagsmitglied Bernd Kaufmann – sowie Dr. Sofia Ott, Wolfgang Braunsdorf und Sadullah Gülec vom Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung einig: Der Weg zur Besseren Integration von Migranten führt über die Bildung. So könnten zum Beispiel deutsche Senioren vielleicht Jugendlichen als Lotsen für Schule und Ausbildung zur Verfügung stehen, meinte Gülec. Und der frischgebackenen Jugenddezernentin Weigel-Greilich schwebt vor, dass Ehrenamtliche verstärkt in Kindergärten aktiv sein könnten.
Das ZiBB ermöglicht Begegnungen in entspannter Atmosphäre, z.B. im Rahmen von Veranstaltungsreihen, internationalem Erzählcafé, Literaturcafé, Frauencafé oder dem internationalen Kindertreff. Manchmal laden die Vereinsmitglieder zu einem internationalen Spieleabend ein, manchmal zu einem Theaterworkshop oder zum Boule-Spielen unter freiem Himmel. Aber auch Bildung spielt im ZiBB eine Rolle. Mit Sprach- und Konversationskursen, Gesprächskreisen, Vorträgen oder Fortbildungskursen werden zum Teil mit sehr niedrigschwelligen Angeboten positive Beiträge zu einer besseren Integration geleistet.
Das ZIBB jedenfalls, so wurde deutlich, leistet keine Sozialarbeit im engeren Sinne. Es bringe ganz unterschiedliche Menschen auf vielfältige Weise ins Gespräch, meinte Sofia Ott. Es gebe fast keine Konflikte, obwohl sich bei Veranstaltungen bis zu 14 Nationen träfen. Dennoch müsse man sich öffnen und auf die Menschen zugehen. "Wir können stolz sein; die Menschen schätzen unsere Arbeit", so die Geschäftsführerin.
Im ZIBB, das im November sein 10-jähriges Bestehen feiert, hat der Trägerverein anfangs rund 20 Termine im Jahr angeboten, mittlerweile werden 300 Veranstaltungen organisiert. Genutzt werden die Räume in den ehemaligen Pendleton Barracks der amerikanischen Streitkräfte außerdem von zahlreichen anderen Gruppen und Institutionen. Allerdings sei der Verein an seinen finanziellen und personellen Grenzen angekommen, sagte Wolfgang Braunsdorf.
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Viel Platz für interkulturelle Begegnung in den Räumen des ZIBB
Wolfgang Braunsdorf, Sadullah Gülec, Priska Hinz und Gerda Weigel-Greilich (v.l.n.r.) |
Priska Hinz, die als einen Fehler bei der Auseinandersetzung mit Menschen anderer Herkunft die Gleichgültigkeit sieht, stellte die 'ketzerische Frage', ob auch sozial Schwache zur Klientel gehören. "Manche werden Sie nie erreichen, auch wenn Sie ihnen das Zentrum direkt vor die Füße bauen", erwiderte Gülec. Mund-zu-Mund-Propaganda habe aber viele Hemmschwellen abgebaut.