Priska Hinz, MdB

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo der BundestagsfraktionBilderleiste mit Priska Hinz

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1.  Pressemitteilung

2. November 2006

600 Stunden Deutsch – Durchfallquote unter 10%

Priska Hinz besuchte Integrationskurse der Volkshochschule Wetzlar

Wetzlar: Vor der Klasse steht eine Lehrerin, ein Schüler schreibt grammatische Formen an die Tafel – soweit ist es wie in einer 'normalen' Schule. Hier wird jedoch nur das Fach 'Deutsch' unterrichtet, und die Schülerinnen und Schüler sind zumeist Erwachsene: Zunächst zögerlich, dann aber immer selbstbewusster lassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Integrationskurses an der Wetzlarer Volkshochschule (VHS) auf ein Gespräch mit dem Besuch ein.

"Die Kurse sind sehr hilfreich, aber die Zeit reicht kaum, um die deutsche Sprache richtig zu erlernen!" So lautet das Fazit der TeilnehmerInnen nach der Unterhaltung mit der Bundestagsabgeordneten Priska Hinz im Rahmen der Integrationstour der GRÜNEN Bundestagsfraktion.

Deutsche Sprache als Voraussetzung für soziale und berufliche Integration

Der Leiter der Einrichtung, Heinz Schreiber, sein Fachbereichsleiter Sprachen, Guido Bongard sowie der zuständige städtische Dezernent Joachim Scholz schilderten Hinz in dem anschließenden Gespräch ihre Erfahrungen mit den seit rund zwei Jahren angebotenen Integrationskursen.

"Den Kern staatlicher Integrationsangebote bildet der Integrationskurs, bestehend aus einem Sprachkurs zur Vermittlung ausreichender Deutschkenntnisse sowie einem Orientierungskurs zur Vermittlung von Wissen über das Leben in Deutschland und die in unserer Gesellschaft geltenden Normen und Werte", so Heinz Schreiber in seiner Einführung. Die Koordinierung der Integrationskurse falle in den Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und seiner 23 regionalen Außenstellen. Angeboten und durchgeführt würden die Kurse wie bislang von privaten und städtischen Sprachschulen.

Persönliche Fähigkeiten bestimmen Kursniveau

In einem persönlichen Einstufungstest und -gespräch werde mit den Teilnehmenden der ideale Kurs ausgewählt. Im Bereich der Integrationskurse gebe es Intensivkurse mit höherer, mittlerer und niedriger Lernprogression. "Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kursdurchlässigkeit: Teilnehmende können den Kurs wechseln, wenn sie in einem bestimmten Kurs unter- oder überfordert sein sollten", so Schreiber.

Bongard ergänzte, dass die vhs Wetzlar eine zertifizierte Weiterbildungsinstitution sei, in der am Ende jedes Semesters ein standardisierter Sprachtest durchgeführt werde, um die Lernprogression der Teilnehmenden zu dokumentieren. "Die Durchfallquote liegt deshalb bei unseren Teilnehmern unter 10%", so der pädagogische Mitarbeiter.

Orientierungshilfen für den Alltag

Die VHS hat einen Kooperationsvertrag mit der Diakonie abgeschlossen. Einmal pro Woche kommt die Migrations-Erstberaterin ins Haus und ist für die TeilnehmerInnen erreichbar. Die Grundidee hierbei ist, dass den Migranten die Schwellenangst genommen und ein Angebot geschaffen wird, das sie unmittelbar vor oder nach ihrem Sprachkurs in Anspruch nehmen können. Da die Migrations-ErstberaterInnen primär für die vom BAMF geförderten TeilnehmerInnen zuständig sind, bietet die VHS auch den selbstzahlenden oder durch die Lahn-Dill-Arbeit geförderten TeilnehmerInnen eine solche Anlaufstelle. "Aus diesem Grund haben wir über das Programm des hessischen Sozialministeriums eine Migrationslotsin einstellen können", so Schreiber. Nadja Weller, die diesen Job seit einem Jahr wahrnimmt, berichtete vom Erfolg und der unerwartet hohen Nachfrage ihres Angebots.

Hinz stellte anerkennend fest, dass die VHS Wetzlar damit als größter Anbieter an Integrationskursen im Lahn-Dill-Kreis zum einen auf die Qualität des Kursangebots und gleichzeitig auf die jeweiligen Teilnehmenden achtet. "Das finde ich positiv. Dennoch wäre es besser, die Integrationskurse vor den Sprachkursen anzubieten, damit die Menschern sich durch die Kenntnisse über das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben in der neuen Umgebung schneller zurechtfinden."

Zusätzliche Information