
NR. 074/2007
Datum: 23. Januar 2007
Zu den Reformvorschlägen für die duale Ausbildung erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
160 000 Ausbildungsplätze fehlen nach einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Daher ist es richtig, dass Bundesregierung und Wirtschaftsverbände sich nun endlich ernsthaft mit der Reform der dualen Ausbildung befassen. Änderungen müssen vor allem dazu führen, dass sich mehr Unternehmen an der Ausbildung beteiligen und Geringqualifizierte und Schulabbrecher eine zweite Chance bekommen.
Die Grünen haben bereits im Sommer 2006 entsprechende Reformvorschläge gemacht. Beispielsweise wollen wir unterschiedliche Lernorte besser verbinden, um die Qualität der Ausbildung zu steigern, oder Produktionsschulen für Lernschwächere einrichten. Auch stehen wir einer maßvollen Modularisierung der Ausbildung offen gegenüber. Allerdings muss eine breite Grundlage vor Spezialisierung gehen. Daher lehnen wir die Forderung der BDA ab, die Ausbildungsdauer generell zu verkürzen.
Zur Umsetzung neuer Ausbildungsmodelle schlägt Ministerin Schavan eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft vor. Dies reicht aber nicht aus. Nach einer Phase der Erprobung müssen die rechtlichen Grundlagen für neue Wege in der Ausbildung geschaffen werden.