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PRESSEMITTEILUNG

NR. 0097/2007
Datum: 29. Januar 2007

Ausbildung – Strukturfragen wichtiger als Zahlenspiele

Zur Vorstellung der Bilanz des Ausbildungspaktes für 2006 erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:

Man ist die wiederkehrenden Zahlenschlachten um neue, zusätzliche oder gar keine Ausbildungsplätze leid. Fakt ist doch, dass mehr als zwei Fünftel der Jugendlichen, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, keinen bekommen und tausende junge Menschen in drei- bis fünfjährigen Warteschleifen hängen. Da helfen moralische Appelle und schöngeredete Paktzahlen nicht weiter. Da krankt das System.

Daher sind unsere Forderungen nach einer tiefgreifenden Strukturreform der dualen Ausbildung hochaktuell. Ziel muss sein, das System durchlässiger zu machen: Geringqualifizierte brauchen bessere Einstiegschancen in eine Ausbildung, Leistungsstarken muss der Anschluss an die akademische Bildung erleichtert werden. Ausbildungen sollten deshalb nach einer breiten Grundqualifikation in Modulen aufgebaut werden. So können einzelne Abschnitte einer Ausbildung besser zertifiziert und anerkannt werden.

Die Bundesregierung muss endlich die Ergebnisse des Innovationskreises Berufliche Bildung vorstellen und eine Reform der Ausbildung in Gang setzen. Freiwillige Vereinbarungen, wie von Schavan angekündigt, reichen dabei nicht aus. Vielmehr muss die Bundesregierung die rechtlichen Voraussetzungen für eine Strukturreform der Ausbildung schaffen.

Ein abgeschottetes duales System, das nicht auf die wirtschaftlichen und demografischen Herausforderungen reagieren kann, bringt weder den Unternehmen noch den Jugendlichen etwas.