PRESSEMITTEILUNG
NR. 0254/2007
Datum: 1. März 2007
Deutschland muss EU-Hausaufgaben bei Weiterbildung machen
Zum Treffen der EU-Bildungsministerinnen und -minister in Heidelberg erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin: Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich eine umfassende Strategie für Lebenslanges Lernen zu entwickeln. Dies haben auch die EU-Bildungsministerinnen und -minister schon mehrfach angemahnt. Die Bundesregierung muss Lebenslanges Lernen zu einem zentralen Thema ihrer Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik machen. Eine solche Strategie sollte aus Sicht der Grünen auf einem Dreiklang von qualitativ guter Bildungsberatung, einer klugen Zeitpolitik und finanzieller Unterstützung aufbauen.
Die Bundesregierung muss endlich begreifen, dass gute Bedingungen für Lebenslanges Lernen eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Innovation und soziale Teilhabe sind. Nicht umsonst hat die EU Zielmarken für die Teilnahme an Weiterbildung in den Lissabon-Prozess aufgenommen.
Bisher liegt Deutschland hier aber deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Vom ohnehin wenig anspruchsvollen Ziel der EU, die Weiterbildungsteilnahme von Erwachsenen bis 2010 auf 12,5% zu erhöhen, sind wir weit entfernt. Auch der jährliche Bildungsbericht der OECD belegt das schlechte Abschneiden Deutschlands. Was ist noch notwendig, um die Bundesregierung zu mehr Engagement in diesem Bereich zu veranlassen?
Ein Beispiel für konkreten Handlungsbedarf liefern die EU-Bildungsministerinnen und -minister gleich mit: Auch bei einem anderen EU-Ziel – der Senkung der Schulabbrecherquote – steht Deutschland nicht besonders gut da. Das heißt, es gibt viele Jugendliche, die zunächst aus dem Bildungssystem herausgefallen sind. Wollen sie im Erwachsenenalter einen Schul- oder Berufsabschluss nachholen, erhalten sie bisher viel zu wenig Unterstützung. Dies wollen wir ändern. Wir Grüne fordern daher, das Gesetz zur Aufstiegsfortbildung (AFBG) zu ändern und so zu erweitern, dass diese Gruppe besser gefördert werden kann.