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Die schwierige Lage auf dem Ausbildungsmarkt war im ersten Jahr meiner Bundestagsarbeit eines der wichtigsten Themen, um das ich mich als bildungspolitische Sprecherin gekümmert habe. 50.000 Jugendliche stehen vor dem Nichts. Sie haben trotz Suche keinen Ausbildungsplatz. Und selbst die leise Hoffnung auf eine Eintrittskarte ins Berufsleben durch ein qualifizierendes Praktikum oder eine Maßnahme der Berufsvorbereitung fehlt ihnen. Hinzu kommen rund 85.000 Lehrstellenbewerber, die ohne jegliche Qualifizierung oder Berufsausbildung in einen Job flüchten. Ihre Perspektive ist ähnlich düster. Das Ganze ist ein Skandal.
Diese Misere hat nicht nur soziale Folgen für die betroffenen Jugendlichen, weil sie von der Schule in die Arbeitslosigkeit oder in schulische Warteschleifen geschickt werden, sich als "nutzlos" für die Gesellschaft erfahren. Der Mangel an Ausbildungsplätzen hat auch wirtschaftlich fatale Folgen: In den nächsten Jahren werden die Schulabgänger weniger. Gleichzeitig brauchen die Unternehmen dringend gut ausgebildeten Nachwuchs. Deutschland kann es sich schlicht nicht leisten, dann zu wenig junge Menschen ohne qualifizierte Ausbildung zu haben und zu viele, die auf soziale Transferleistungen angewiesen sind. Deswegen engagiere ich mich seit langem dafür, Lösungswege aufzuzeigen, wie mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden können - politisch im Bundestag und ganz persönlich als 'Lehrstellenlotsin' hier im Lahn-Dill-Kreis.
Das heißt konkret: Ich arbeite schon seit drei Jahren mit der Industrie- und Handelskammer eng zusammen, um Betriebe zu motivieren, neue und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Ich spreche die Firmen persönlich an und gebe Hinweise zur Unterstützung für ein neues Ausbildungsverhältnis. Und ich besuche Betriebe, die Jugendlichen eine Chance bieten. Beispielhaft ist hier das Ausbildungsverhalten des Sinner Metallveredelungsbetriebes Holzapfel: Ein solches Engagement wäre für alle Betriebe wünschenswert.
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| Fa. Holzapfel in Sinn: Priska Hinz im Gespräch mit Fimenleiter Ludwig Blaas, Geselle Stefan Schubert, Ausbilder Andreas Wolff, Azubi Johannes Tessmann und Gerd Hackenberg von der IHK Wetzlar/Dillenburg (v.r.n.l.) |
Bei einem Fachgespräch, das ich im Juni in Berlin organisiert hatte, trafen sich Fachleute, die sonst oft getrennt voneinander arbeiten. Hierdurch konnten zentrale Fragen des beruflichen Bildungssystems miteinander verknüpft werden. Diskutiert wurden folgende Schwerpunkte: Wie lässt sich duale Ausbildung auch jenseits von Betrieben erfolgreich organisieren? Wie öffnen wir Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund? Was müssen wir tun, damit auch diejenigen eine Chance bekommen, die den Zugang zu einem Ausbildungsplatz, z.B. aufgrund schlechter Schulbildung, bislang nicht geschafft haben?
Die Ergebnisse der Veranstaltung und meine Erkenntnisse aus zahlreichen weiteren Gesprächen, Terminen und Diskussionen habe ich in einem Positionspapier aufbereitet, das meine Fraktion inzwischen beschlossen hat. Die wichtigsten grünen Forderungen sind:
Ich werde für diese Vorschläge weiter Bündnispartner suchen, um auf die Große Koalition einzuwirken. Bislang ist leider nicht zu erwarten, dass sie die Ausbildungssituation wirklich ändern will.