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PRESSEMITTEILUNG

NR. 1130/2007
Datum: 19. Oktober 2007

Exzellenzinitiative verstetigen und herausragende Lehre integrieren

Anlässlich der Entscheidungen des Bewilligungsausschusses zur zweiten Runde der Exzellenzinitiative erklären Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher, und Priska Hinz, forschungspolitische Sprecherin:

Wir gratulieren den Gewinnern der zweiten Runde im Exzellenzwettbewerb! Wir begrüßen, dass durch die ausgewählten Spitzen-Unis diesmal die Geistes- und Sozialwissenschaften ein stärkeres Gewicht erhalten haben. Das Exzellenz-Siegel wird die Reputation deutscher Hochschulen im Ausland weiter erhöhen. Schon jetzt zeigt sich die positive Auswirkung der Initiative in einem beachtlichen Image-Gewinn. Das Interesse ausländischer Universitäten an einer Zusammenarbeit mit den Exzellenzuniversitäten nimmt deutlich zu. Doch die ernannten Spitzen-Unis dürfen sich nicht ausruhen. Exzellenz wird nicht vererbt – sie muss immer wieder neu verdient werden. Neben einem Aufstieg in die "Bundesliga" der Spitzen-Hochschulen muss auch ein Abstieg möglich sein. Denn für die Goldmedaille vom letzten Mal gibt's beim nächsten Mal keinen Vorsprung.

Die Exzellenzinitiative muss jetzt verstetigt werden – dafür müssen wir ihre Stärken und Schwächen analysieren und dann den Wettbewerb fest in der Wissenschaft verankern. Dabei müssen sämtliche Universitäten wieder in der ersten Startreihe stehen. Deshalb brauchen alle Hochschulen eine ausreichende Grundfinanzierung, sonst ist kein fairer Wettbewerb möglich. Dafür müssen die Länder sorgen.

Allerdings wird das deutsche Erfolgsrezept einer "Einheit aus Forschung und Lehre" ohne starke Lehre zur Leerformel. Daher muss die Exzellenzinitiative dringend um einen Wettbewerb für herausragende Lehre ergänzt werden. Nicht nur im Labor, sondern auch im Hörsaal müssen exzellente und innovative Leistungen belohnt werden. Nur so bekommt universitäre Lehre einen höheren Stellenwert. Wenn die Exzellenzinitiative weiter die Lehre ignoriert, bleibt sie auf einem Auge blind.