Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Zur Vorstellung der IGLU-Studie erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Grundschülerinnen und -schüler sind beim Lesen besser geworden. Das ist erfreulich. Aber bei den entscheidenden Punkten hat Deutschland seine Probleme nicht gelöst. Denn der Bildungserfolg ist immer noch eng an die soziale Herkunft gekoppelt. Beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen profitieren die Kinder der Akademiker. Sie müssen eine wesentlich geringere Leseleistung als ein Arbeiterkind erbringen, um eine Empfehlung fürs Gymnasium zu bekommen. Die sozial Schwachen werden abgehängt.
Dieser Befund zeigt einmal mehr, dass das Aussortieren nach der vierten Klasse ein Riesenfehler des deutschen Bildungssystems ist. Hier werden Chancen verbaut und Potenziale verschleudert, die wir für unsere soziale und wirtschaftliche Entwicklung so dringend bräuchten.
Die Folgen dieser bildungspolitischen Misere illustrieren auch zwei weitere Nachrichten des heutigen Tages. Eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass Deutschland in der Rangliste der innovationsstärksten Länder zurückfällt. Schuld daran seien vor allem die Mängel im Bildungssystem – in allen Bundesländern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag schlägt Alarm, weil in diesem Jahr rund 400 000 Fachkräfte fehlen.
Wir fordern, dass Kinder länger gemeinsam lernen und Lehrerinnen und Lehrer besser ausgebildet werden. Es ist eine gesamtstaatliche Verantwortung, diese Ungerechtigkeiten des Bildungssystems endlich abzuschaffen. Das Tragische daran ist: Die Bundesländer werden dieser Verantwortung nicht gerecht. Und die Große Koalition hat sich mit der unsäglichen Föderalismusreform ihres Einflusses auf die Bildungspolitik beraubt.
Möchten Sie regelmäßig informiert werden?
Newsletter im Abo
Aufnahme in den Presseverteiler?
Hier klicken und Betreff "Aufnahme in Presseverteiler" wählen, eigene Email eintragen, absenden, fertig!!!