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Ausbildung

2. April 2008

Ausbildungsbilanz 2007 mit Licht und Schatten

Ausbildung-LehrvertragZum heute vorgelegten Berufsbildungsbericht erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:

Die Ausbildungsbilanz für 2007 zeigt Licht und Schatten. Einerseits ist erfreulicherweise ein Anstieg der Ausbildungsplätze zu verzeichnen, andererseits bleiben immer noch viel zu viele Jugendliche ohne echtes Ausbildungsangebot. 100 000 junge Menschen sind in irgendwelchen "Alternativen" versorgt, wollen allerdings stattdessen einen richtigen Ausbildungsplatz. Das vergisst die Regierung bei ihrer schöngefärbten "ausgeglichenen" Lehrstellenbilanz. Und vor allem ist das Problem der Altbewerber nicht gelöst.

Um die Situation jenseits des vorübergehenden Konjunkturhochs zu verbessern, brauchen wir folgenden Dreiklang:
Erstens müssen die Schulen Jugendliche besser qualifiziert entlassen. Es kann nicht sein, dass ein Fünftel der Jugendlichen nur Kompetenzen auf Grundschulniveau erreicht. Hier sind die Länder in der Verantwortung.

Zweitens muss die Ausbildung in ihrer Struktur verändert werden. Durchlässigkeit und Anschlüsse – gerade auch zwischen der Berufsvorbereitung und der Ausbildung – schafft man nur, in dem einzelne Ausbildungsabschnitte zertifiziert, bundesweit anerkannt und angerechnet werden. Hier sind Bund und Länder, aber auch die Sozialpartner gefordert.

Drittens sollten die Arbeitgeber aufhören, über den Fachkräftemangel zu jammern und stattdessen mehr Ausbildungsplätze schaffen. Der Ausbildungsbonus wird diesbezüglich die hohen Erwartungen allerdings kaum erfüllen. Die Mitnahmeeffekte sind hier außerordentlich groß. Denn Betriebe können auch für die Einstellung gut ausgebildeter Schulabgänger – sogar von Abiturientinnen und Abiturienten – den Bonus erhalten. Wichtiger als eine rein finanzielle Zuwendung an die Betriebe ist eine kontinuierliche Begleitung von Jugendlichen mit sozialen, sprachlichen oder sonstigen Schwierigkeiten über die gesamte Ausbildung hinweg.

Häufig vernachlässigt wird auch die Rolle der Berufsorientierung und -beratung. Sie lässt vielerorts zu wünschen übrig. Insbesondere jungen Frauen muss ein breiteres Ausbildungsspektrum vermittelt werden. Sie haben im Schnitt einen besseren Schulabschluss als Männer und sind hoch motiviert. Dennoch landen sie in den typischen, schlecht bezahlten Frauenberufen. Hier muss die Bundesregierung viel mehr tun.

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