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Forschung

9. April 2008

Gute Forschung braucht echte Gleichstellung und Genderkompetenz

Frauen in der Wissenschaft

Die Daten sind bekannt, die Befunde alarmierend: Trotz bester Voraussetzungen bleiben Frauen in der Wissenschaft weiterhin die Ausnahme, insbesondere in Führungspositionen und in den entscheidenden Gremien. Veränderungen in den Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen geschehen trotzdem nur äußerst zaghaft. Ebenso ist Gender-Forschung noch weit davon entfernt, als Innovationsthema in Wissenschaft und Lehre allgemein akzeptiert und verankert zu sein.

Die Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft ist ein entscheidendes Qualitäts- und Gerechtigkeitsmanko des deutschen Wissenschaftssystems. Darauf wiesen alle Sachverständigen unisono in einer von den Grünen veranlassten Anhörung im Bundestag am 18.2.2008 hin. Der überproportionale Verlust an Nachwuchswissenschaftlerinnen führt zu massiven Einbußen an Exzellenz sowie an Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems.

Endlich ernst machen

Aus grüner Sicht ist klar: Überprüfbare Vorgaben für die Steigerung des Frauenanteils müssen Eingang finden sowohl in Ziel- und Leistungsvereinbarungen als auch in die forschungsbezogene Mittelvergabe. Flankiert werden muss dies von Elementen der Evaluation, Erfolgskontrolle und schnellen Reaktion, wenn Ziele nicht erreicht werden. Dazu gehört, dass Leitungen von wissenschaftlichen Einrichtungen Gleichstellung als ihre genuine Steuerungsaufgabe begreifen und eventuelle Zielverfehlungen begründen müssen.

Notwendig sind

  • anonymisierte und vorurteilsfreie Leistungsbewertungen,

  • genderbewusst reflektierte Personalrekrutierungsverfahren und

  • eine nachhaltige Verankerung von Gender-Aspekten in Forschung und Lehre.