

Für Bildung etwas anzusparen, ist in unserer wissensbasierten, schnellebigen Gesellschaft eine gute Sache. Im Gegensatz zur Altersvorsorge gibt es aber bisher in Deutschland keine öffentliche Förderung für "Bildungsvorsorge". Die Bundesregierung hat nun endlich einen Vorschlag gemacht. Schade nur, dass das Konzept so viele Mängel hat, dass zweifelhaft ist, ob es überhaupt wirken kann.
Unsere Hauptkritikpunkte am Vorschlag der Regierung:
Wir Grüne haben einen eigenen Vorschlag für das Bildungssparen. Wir wollen, dass jede und jeder ab 16 Jahren ein Bildungssparkonto eröffnen kann – auch für eine andere Person, z.B. Kinder oder Enkel. Bei regelmäßigen Einzahlungen gibt es eine staatliche Bildungssparzulage, die mindestens so hoch ist wie die Bausparförderung. Entnahmen sind für zertifizierte Bildungsangebote möglich. Von unserem Vorschlag profitieren insbesondere Geringverdiener, weil für sie eine höhere Sparzulage vorgesehen ist, nämlich 100% bei einer Mindesteinlage von fünf Euro im Monat. Im Gegensatz zur Regierung haben wir auch eine verlässliche finanzielle Grundlage eingeplant: Aus unserer Sicht sollte für das Bildungssparen die Wohnungsbauprämie abgeschafft werden.
Außerdem fordern wir, dass bei Riesterverträgen nicht nur eine vorübergehende Entnahme von Geld für Wohneigentum zulässig ist, sondern auch für Bildung. Damit Bildungssparen ein Erfolg wird, muss es öffentlichkeitswirksam beworben werden. Außerdem brauchen wir eine bessere Bildungsberatung und weitere Anstrengungen bei der Zertifizierung von Bildungsangeboten.
Bildungssparen kann immer nur ein Baustein einer zukunftsgerichteten Weiterbildungspolitik sein. Noch wichtiger wäre es, endlich ein Erwachsenenbildungsförderungsgesetz zu schaffen. Das ist der entscheidende Hebel, um Weiterbildung zu fördern. Doch hierzu kann sich die Regierung nicht durchringen. Das ist bedauerlich.