DualPlus - Jugendliche brauchen echte Ausbildung statt Warteschleifen

Unser Ziel ist, dass jeder und jede Jugendliche nach der Schule eine richtige Berufsausbildung machen kann. Dies bleibt heute nicht nur für viele Hauptschülerinnen und -schüler ein frommer Wunsch, wie der neue Nationale Bildungsbericht zeigt. Unter den inzwischen 385 000 Altbewerbern finden sich auch viele Jugendliche mit Realschulabschluss. Anstatt weiterhin bis zu sechs Milliarden Euro jährlich für ein unsinniges Warteschleifensystem auszugeben, wollen wir mit DualPlus echte Ausbildungsplätze schaffen, allen Altbewerbern eine Berufsausbildung ermöglichen und lernschwächere Jugendliche gezielt individuell fördern.
Die Kernpunkte von DualPlus sind:
- Zusätzliche Ausbildungsplätze werden an überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBA) eingerichtet. Dort lernen Auszubildende nach dem dualen Prinzip, hohe betriebliche Anteile sind einbezogen. ÜBAs werden gemeinsam von Berufsschulen und Kammern organisiert und von Kammern, Ländern, BA und Bund finanziert.
- Die gesamte Berufsausbildung wird neu strukturiert und in bundesweit anerkannten Modulen organisiert. Die Wahrung des Berufsprinzips bleibt durch die Inhalte der Module und die Kammerabschlussprüfung erhalten. Durch Modularisierung werden Teilschritte der Ausbildung besser anerkannt und angerechnet, das Bildungssystem wird durchlässiger.
- Damit kein Qualifizierungsschritt mehr ohne Abschluss, Anerkennung und Anrechnung bleibt, werden die bestehenden Übergangsmaßnahmen zwischen Schule und Ausbildung in DualPlus überführt: Ein Teil wird zu Grundmodulen der Ausbildung, ein Teil geht in Produktionsschulen auf. An Produktionsschulen sollen Schulabbrecher im und aus dem Arbeitsprozess lernen und einen Schulabschluss nachholen.
- Auszubildende, die zusätzliche Förderung brauchen (z.B. ergänzende Sprachkurse), werden von der ÜBA beraten und begleitet. Sie bekommen nicht weniger, sondern mehr Lernzeit. Sie haben die Möglichkeit, Module in einem längeren Zeitraum zu absolvieren oder zwischen zwei Modulen einen passgenauen Förderkurs zu absolvieren.