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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 12. Juni 2008

Bildungsbericht mahnt Reform der Ausbildung an

Bildung - Bildungsbericht 2008

Zur Vorstellung des zweiten Nationalen Bildungsberichts erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:

Der neue Bildungsbericht mahnt eine Reform der beruflichen Ausbildung an. Das duale System ist nicht mehr in der Lage, Jugendliche mit geringerem Bildungsniveau zu integrieren. Die desolate Lage der Hauptschülerinnen und –schüler zeigt dies deutlich. Zwei Drittel schaffen auch eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss keinen Einstieg in eine Ausbildung.

Es ist mehr als offensichtlich, dass sich diese Schulform überlebt hat. Wir fordern deshalb, die Hauptschule abzuschaffen, Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam zu unterrichten und dabei individuell zu fördern. Die Zahl der Schulabbrecher muss drastisch reduziert werden. Der mittlere Abschluss muss zum Regelabschluss werden.

Jugendliche brauchen Ausbildungsperspektiven statt Warteschleifen! Deshalb fordern wir, das berufliche System so umzubauen, dass kein Qualifizierungsschritt mehr ohne Abschluss, Anerkennung und Anrechnung bleibt. Folgende Schritte sind dafür nötig:

  • Zunächst werden zusätzliche Ausbildungsplätze an überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBA) eingerichtet, die gemeinsam von Berufsschulen und Kammern organisiert werden. Dort lernen Auszubildende nach dem dualen Prinzip, hohe betriebliche Anteile sind einbezogen.
  • Die gesamte Berufsausbildung wird in bundesweit anerkannten Modulen organisiert. Die Wahrung des Berufsprinzips bleibt durch die Inhalte der Module und die Kammerabschlussprüfung erhalten.
  • Schließlich werden die bestehenden Übergangsmaßnahmen in das neue System überführt: Ein Teil wird zu Grundmodulen der Ausbildung, ein Teil geht in Produktionsschulen auf. Dort sollen Schulabbrecher im und aus dem Arbeitsprozess lernen und einen Schulabschluss nachholen.

Wer wie die Bundesregierung Aufstieg durch Bildung verspricht, muss sich endlich ernsthaft um Bildungspolitik kümmern - Zuständigkeitseifersüchteleien und andere Eitelkeiten sind jetzt unangebracht. Es ist bezeichnend, dass die Ministerin Schavan bei der Vorstellung des Berichts durch Abwesenheit glänzt.