
Solms/Berlin: Manch ein Besucher des Berliner Reichtagsgebäudes wird sich Anfang Juni vielleicht gewundert haben, warum die Bundestagsabgeordneten auf einmal so jung aussehen. Einfache Erklärung hierfür stellte das jährlich zu dieser Zeit stattfindende Planspiel "Jugend und Parlament" dar. Ziel der Veranstaltung im Deutschen Bundestag ist es, den 304 teilnehmenden Jugendlichen, die von Abgeordneten des Bundestags aller Fraktionen eingeladen wurden, einen möglichst realistischen Einblick in die Arbeit des Parlaments zu geben.
Mit von der Partie war diesmal auch die aus Solms stammende Helena Tsironas. Die zwanzigjährige Auszubildende war auf Einladung der heimischen Bundestagsabgeordneten Priska Hinz in die Bundeshauptstadt gereist.
Zu Beginn wurden die Jugendlichen in eine von fünf fiktiven Parteien eingeteilt und bekamen zugleich eine neue Identität. Für die meisten Jungpolitiker war es eine Leichtigkeit, sich mehr und mehr in ihre neue Rolle hineinzuversetzen. Ein Großteil der Teilnehmer empfand es sogar als interessante Herausforderung, einmal über den eigenen Schatten springen zu müssen, denn die Verteilung auf die Parteien erfolgte zufällig und hatte nicht zwingend etwas mit der eigenen politischen Einstellung zu tun.
Nachdem Tsironas mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern drei Tage lang in zahlreichen Sitzungen Gesetzesentwürfe ausgearbeitet und oft kontrovers diskutiert hatte, folgte die Plenarsitzung im Bundestagsgebäude, die sicherlich eines der Highlights des Programms darstellte. Ein weiterer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit den fünf "echten" Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien zum Thema "Ohnmacht der Opposition".
Besonders gut kam bei den Jugendlichen auch der Besuch der Abgeordneten in deren Büros an: So bekam Helena Tsironas die Möglichkeit, den in Sitzungswochen oft recht hektischen Ablauf in dem Berliner Büro von Hinz einmal hautnah zu erleben.
Am Ende der Veranstaltung waren alle Teilnehmenden froh darüber, dass sie diese einzigartige Chance, Politik einmal live und am Originalschauplatz zu erleben, ergriffen haben. Besonders gelobt wurde laut Tsironas neben der Organisation des Planspiels auch der Umgang der Jugendlichen untereinander. "Als positiver Nebeneffekt ist zudem so manche Freundschaft unter den Teilnahmerinnen und Teilnehmern entstanden", meinte die Solmserin augenzwinkernd.
