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Zu den aktuellen Ausbildungszahlen erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Selbst in einem Jahr mit guter Konjunkturerwartung bringt die Ausbildungsbilanz keinen Grund zur Freude. Es zeigt sich nämlich, dass der Zuwachs der Plätze, den die Regierung in den vergangenen Monaten immer wieder gefeiert hat, nur auf dem "Vorzieheffekt" beruhte: Die Betriebe haben nicht etwa mehr Ausbildungsplätze angeboten, sondern nur früher. Das verwundert, denn täglich klagen die Verbände über den Fachkräftemangel, der schon besteht oder bald droht.
Wir erwarten von den Unternehmen angesichts des drängenden Fachkräftemängels, dass sie endlich mehr Ausbildungsplätze anbieten. Ein steigendes Angebot ist nötig, damit mehr gut ausgebildete Menschen als Fachkräfte zur Verfügung stehen. Die Unternehmen können und müssen selbst mehr tun, statt immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Außerdem sind endlich gezielte Anstrengungen zu Gunsten der Altbewerberinnen und Altbewerber nötig. Der fragwürdige Ausbildungsbonus der großen Koalition zeigt keine Wirkung. Mit seinem Gießkanneneffekt wird er den schwächsten Jugendlichen sowieso nicht helfen. Deswegen fordern wir die Regierung auf, jetzt endlich das unproduktive Übergangssystem drastisch zu verringern. Die berufliche Bildung muss modernisiert und modularisiert werden. Deswegen schlagen wir eine Reform vor, durch die an überbetrieblichen Ausbildungsstätten neue Ausbildungsplätze mit hohem betrieblichem Anteil nach dem Modell "DualPlus" angeboten werden.