

Zu den aktuellen Ausbildungsmarktzahlen erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Die Bundesregierung darf sich hinter den konjunkturellen Verbesserungen am Ausbildungsmarkt nicht länger verstecken. Viel mehr als ein Sommerhoch brauchen wir nachhaltige und strukturelle Veränderungen des Ausbildungssystems. Doch bei den dringend benötigen Reformen herrscht Fehlanzeige bei Schwarz-Rot:
Nach wie vor bereitet die Ausbildungsreife der Jugendlichen Grund zur Sorge. Hier sind vor allem die Schulen und Länder gefragt. Außerdem landen viel zu viele Jugendliche nach der Schule direkt im Übergangssystem. Es muss endlich Schluss sein mit dieser unsäglichen Verschwendung von Lebenszeit und Talenten. Das Übergangssystem muss so umgebaut werden, dass keine Warteschleifen mehr produziert werden.
Eine Vorraussetzung dafür ist eine grundlegende Reform des Ausbildungssystems. Es muss in Modulen organisiert werden. Die strukturell zu geringe Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze kann nur mit dem Aufbau von Überbetrieblichen Ausbildungszentren kompensiert werden. So erfolgt auch in Zeiten einer schlechten Konjunktur eine Ausbildung nach dem dualen Prinzip. Die Grünen haben hierzu das Konzept "DualPlus" entwickelt. Finanziert werden kann es unter anderem durch die freiwerdenden Ressourcen der um 11 % gesunkenen Auslastung von außerbetrieblichen Berufsausbildungsstellen.
Bund und Länder müssen ihren großspurigen Ankündigungen der letzten Tage nun endlich Taten folgen lassen. Auf dem Bildungsgipfel im Oktober wird es darauf ankommen, ob Frau Merkel konkrete und nachprüfbare Vereinbarungen in diesen Bereichen erzielen kann. Denn nur mit nachhaltigen Reformen sind wir auf die Zeit nach dem konjunkturellen Sommerhoch vorbereitet.