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Zur heutigen Beratung des 2. Nationalen Bildungsberichts im Bundeskabinett erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Der Hauptschulabschluss bringt Jugendlichen heute nur geringe Chancen auf einen Ausbildungsplatz! Dieses Ergebnis des 2. Nationalen Bildungsberichts überrascht niemanden. Überraschend ist allerdings, dass das Bundeskabinett heute, drei Monate nach Vorlage des Berichtes, daraus keine Konsequenzen ziehen will. Die berufliche Bildung ist der zentrale Bereich, in dem Frau Schavan noch Kompetenzen geblieben sind. Nutzen will sie die aber lieber nicht, allen Beteuerungen, wie wichtig die Bildung doch sei, zum Trotz.
Wir Grüne haben konkrete Vorschläge vorgelegt, wie Jugendliche mit und ohne Hauptschulabschluss eine Perspektive bekommen. Unser Konzept heißt DualPlus. Wir wollen Produktionsschulen für die, die noch keinen Schulabschluss haben und die im Arbeitsprozess ihre Berufsvorbereitung erhalten. Zur Verringerung des Übergangssystems brauchen wir modularisierte Ausbildungsplätze nach dem dualen Prinzip, die von Kammern und Berufsschulen gemeinsam mit überbetrieblichen Ausbildungsstätten organisiert werden. DualPlus bleibt also in der Struktur des Lernens in Schule und Betrieb, gibt aber zusätzlich all denen einen Einstieg, die bisher mit sinnlosen Übergangsschleifen vertröstet werden.
Die SPD will die Hauptschule abschaffen, an eine wirkliche Reform des Übergangssystems traut sie sich aber nicht heran. Die notwendige Modularisierung scheut sie wie der Teufel das Weihwasser. Auch wir wollen keine „Restschulen“ mehr, sondern längeres gemeinsames Lernen und den mittleren Abschluss als Regelabschluss.
Die Union erweist sich auf dem Weg zum Bildungsgipfel immerhin als lernfähige Schnecke. Jahrelang haben sich die Fachpolitiker der Union auf Bundes- wie Landesebene mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, dass die Fachleute im Nationalen Bildungsbericht Handlungsempfehlungen geben. Heute verkündet die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union nun, dass die Vorschläge des Nationalen Bildungsberichts zügig umgesetzt werden sollten. Wir gratulieren zu diesem späten Erkenntnisgewinn!
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