Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:

Zur Bildungsreise der Bundeskanzlerin, die heute in Berlin Station macht, erklären Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin, und Özcan Mutlu, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin:
Es steht nicht gut um die Bildung in unserem Lande. Das wiederholte schlechte Abschneiden in PISA und anderen Studien belegt, wie dringend Reformen von Nöten sind. Bildungsgipfel und Schultouren, so gut sie auch gemeint sind, bringen uns nicht weiter. Deutschland braucht unbedingt Taten in der Bildungspolitik. Daher war es falsch und kontraproduktiv, bei der Föderalismusreform die Zuständigkeit in der Bildungspolitik allein den Länderfürsten zu überlassen. Kleinstaaterei ist hier so ziemlich das Letzte, was dieses Land braucht.
Wir fordern die Bundeskanzlerin auf, nicht nur einen Bildungsgipfel einzuberufen, sondern Reformen anzupacken und Mittel für diese Reformen bereitzustellen. Dazu ist dringend eine Sondersitzung der KMK und den Zuständigen im Bildungsministerium sowie der Bundeskanzlerin notwendig. Bilder mit lächelnden Kindern aus Kreuzberg und Neukölln im Hintergrund reichen da nicht.
Um die Chancen von Kindern aus sozialschwachen Familien und mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern, müssen insbesondere die Schulen in sozialschwachen Gebieten stärker gefördert werden. Dazu zählen der Ausbau von Ganztagsangeboten und eine Bildungsoffensive für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache. Konsequente Förderprogramme zum Abbau von Sprachdefiziten neben der Förderung der Muttersprache, gezielte Maßnahmen zum Erwerb fehlender Schulabschlüsse sowie strukturverbessernde Maßnahmen für Schulen mit hohem Anteil an Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft sind unabdingbar. Dabei kommt der vorschulischen Bildung eine große Bedeutung zu. Diese muss sowohl personell als auch finanziell für die zu bewältigenden Aufgaben gerüstet sein. Die Schule in der Einwanderungsgesellschaft muss die Lebens- und Erfahrungswelt der Einwandererkinder in den Lehrplänen und in den Schulbüchern berücksichtigen. Hierzu bedarf es der Reform der Rahmenpläne, der Curricula und last but not least der Ausbildung der Lehrkräfte und der Erzieherinnen und Erzieher.
Keine Sonntagsreden mehr, Frau Bundeskanzlerin, jetzt sind Taten und Maßnahmen gefragt!
Alle Presseerklärungen auf einen Blick
Aufnahme in den Presseverteiler (anklicken, "Subscribe" in den Betreff schreiben und senden)
Honorarfreie Bilder zum Download
Möchten Sie regelmäßig informiert werden?
Newsletter im Abo