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Frage WNZ:
Ausbildungsbetriebe und Unis stellen den Schulen nicht nur in Hessen ein schlechtes Zeugnis aus: Viele Schulabsolventen seien nicht ausbildungsfähig. Hauptschüler haben kaum noch Chancen auf dem Markt.
Schulbildung ist Ländersache. Überall entstehen jedoch Reparaturbetriebe für verkorkste Schullaufbahnen. Der Kreis und die Agentur für Arbeit streiten sich um die Bezahlung von Hauptschulabschlüssen, Bildungswerke bieten Trainings und Abschlüsse an, Betriebe geben Nachhilfe, Unis bieten Kurse in schulischem Grundwissen. Jetzt erklärt Frau Merkel Bildung zur Chefsache, obwohl der Bund nicht zuständig ist.
Sollten wir nicht alle Kraft in die Verbesserung der eigentlichen Schule fließen lassen, anstatt immer neue Projekte zu starten?
Priska Hinz:
Die Verbesserung der Bildung ist zentrales Anliegen von Bündnis90/Die Grünen.
Dazu gehört zuallererst die Förderung der Kinder so früh als möglich zu beginnen. Der Kindergarten muss als Bildungseinrichtung gestaltet werden. Denn frühkindliche Förderung ist zentral für Chancengleichheit und den späteren Lernerfolg der Kinder. Deshalb wollen wir nicht nur mehr Plätze auch für unter Dreijährige schaffen, sondern auch mehr Personal, das noch besser ausgebildet wird.
Lernen muss länger gemeinsam stattfinden. Davon profitieren sowohl leistungsstarke als auch schwächere Schüler. So ist die Hauptschule immer mehr zu einer Sackgasse geworden und gehört abgeschafft.
Wir Grünen setzen uns darüber hinaus für ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot ein. Zusammen mit verstärkter individueller Förderung wollen wir, dass mehr Kinder bessere Schulabschlüsse machen. Die Schulabbrecherquote muss drastisch gesenkt werden. Dafür muss die Berufsorientierung in der Schule ebenfalls einen größeren Stellenwert bekommen. Mehr und unterschiedliches Personal ist dafür nötig: Neben Lehrern z.B. Sozialpädagogen und Bibliothekare. Die Zusammenarbeit der Schulen mit örtlichen Unternehmen und Vereinen ist auch Teil neuer Schulkultur.
All dies kostet Geld. Es ist aber besser in guten Schulen als bei der Arbeitsagentur angelegt. Um die dringend Veränderungen umzusetzen, müssen Bund und Länder endlich an einem Strang ziehen. Das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern muss wieder aufgehoben werden, damit gemeinsame Anstrengungen im Bildungsbereich finanziert können, zum Beispiel Migrantenförderung oder der weitere Ausbau von Ganztagsschulen.
Wir Grünen wollen Schule besser machen. Denn gute Bildung ist nicht nur zentral für Innovations- und Wirtschaftskraft in unserem Land. Sie ist auch der beste Weg, um allen Kindern einen möglichst guten Start ins Leben zu bieten.