

Zur heutigen Bekanntgabe der Bilanz zum Beginn des Ausbildungsjahres erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich dieses Jahr weiter verbessert – soweit die gute Nachricht. Ein Grund zum Feiern besteht deswegen aber kaum: Es ist hauptsächlich die ausgesprochen gute Konjunktur der letzten Jahre, die diesen kräftigen Anstieg beim Lehrstellenangebot bewirkt hat.
Eine wirkliche Reform des Ausbildungsmarkts, das ist es, was wir jetzt brauchen. Spätestens seit der Finanzkrise ist klar, dass wir auf einen wirtschaftlichen Abschwung zusteuern. Jetzt nicht zu handeln bedeutet, dass eine Rückkehr zur alten Lehrstellenmisere vorprogrammiert ist. Um hier vorzusorgen, müssen wir jetzt drei zentrale Reformen umsetzen.
Erstens müssen wir zusätzliche Ausbildungsplätze nach dem dualen Prinzip schaffen. Wir Grüne fordern die Einrichtung von überbetrieblichen Ausbildungsstätten als dritten Lernort neben Berufsschule und Betrieb. Dies ermöglicht es auch kleineren Betrieben einen Ausbildungsanteil zu übernehmen.
Zweitens müssen wir endlich das Übergangssystem abschaffen, in dem immer noch hunderttausende Jugendliche ihre Lebenszeit verschwenden. Statt sinnlose Warteschleifen brauchen wir zertifizierte Ausbildungsbausteine, die aufeinander aufbauen und anerkannt werden. Dazu wollen wir die Ausbildung in Modulen organisieren.
Drittens wollen wir für alle Schulabbrecher Produktionsschulen einrichten, in denen sie in einem motivierenden Umfeld ihren Schulabschluss nachholen können.
Wer jetzt keine Vorsorge trifft, wird vom wirtschaftlichen Abschwung besonders hart erwischt. Die Große Koalition muss jetzt endlich die dringend nötigen Reformen anpacken und darf sich nicht länger auf den wirtschaftlichen Erfolgen der Vergangenheit ausruhen.