

Zu der von der Kultusministerkonferenz geplanten Einführung eines vollgültigen Schulabschlusszertifikates für Kinder und Jugendliche in Sonderschulen erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Das Vorhaben der Kultusministerkonferenz ist ein echter Skandal. Nachdem die Bundesregierung endlich die Behindertenkonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet hat, die einen inklusiven Unterricht einfordert, versuchen nun die Kultusminister, dies zu unterlaufen.
Anstatt Lösungsvorschläge für einen inklusiven Schulunterricht vorzulegen, versuchen die Kultusminister mit ihrem Vorstoß, ein zentrales bildungspolitisches Problem zu verschleiern.
Bislang werden Sonderschüler als Schulabbrecher gezählt. Mit der geplanten Einführung eines Schulabschlusszeugnisses würde die auf dem Bildungsgipfel beschlossene Halbierung der Schulabbrecherquoten auf dem Papier erreicht, ohne dass in der Praxis auch nur einer Schülerin oder einem Schüler geholfen wäre.
Solche statistischen Tricks sind der blanke Hohn für die Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf. Stattdessen ist nun die Kultusministerkonferenz in der Pflicht, die diskriminierende Aussonderung zu beenden und endlich konkrete Planungen vorzulegen, wie inklusiver Unterricht insgesamt umgesetzt werden kann.
Dass dies möglich ist zeigt ein von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegebenes Gutachten, in dem Berechnungen angestellt werden, wie bis 2019 alle Sonderschulen aufgelöst werden können.
Das von der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bestellte Gutachten zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in Regelschulen finden Sie unter
Kosten und Erträge ausgewählter Reformmaßnahmen (Gutachten des FIBS vom Januar 2009)