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Zur heutigen Veröffentlichung der Ausbildungsmarktumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
In diesem Jahr ist trotz sinkender Bewerberzahlen von Schulabgängern mit einer deutlichen Verschlechterung auf dem Lehrstellenmarkt zu rechnen. Der Grund: Fast ein Drittel aller Betriebe will weniger ausbilden als im letzten Jahr. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist damit noch immer stark von der Wirtschaftsentwicklung abhängig.
Damit ist klar: Die Bundesregierung hat wieder einmal ein zentrales Reformvorhaben verschlafen. Anstatt das Ausbildungssystem grundlegend zu reformieren hat sie sich auf den guten konjunkturellen Bedingungen der letzten Jahre ausgeruht. Jetzt in der Krise sind es die Jugendlichen, die die Zeche für die Versäumnisse der Großen Koalition zahlen müssen.
Überfällig ist eine strukturelle Reform des Ausbildungssystems, die das Angebot an Ausbildungsplätzen endlich von der konjunkturellen Lage abkoppelt. Dazu gehören eine Modularisierung der Ausbildung, die Anrechnung von Qualifizierungsmaßnahmen auf eine spätere Ausbildung und der Ausbau von Überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Damit können zusätzliche Ausbildungsplätze nach dem dualen Prinzip eingerichtet werden.
Aber auch die Betriebe sind gefragt, jetzt nicht kurzsichtig zu agieren. Wer jetzt weniger ausbildet, dem fehlen in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels beim nächsten Aufschwung die qualifizierten Arbeiter.
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