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Zu den aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt erklärt Priska Hinz, bildungspolitische Sprecherin:
Auch wenn weniger Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Ausbildung suchen, es reicht noch immer nicht für alle! Alle Schönrederei der Bildungsministerin war vergebens: Der Abschwung schlägt schon voll auf den Ausbildungsmarkt durch. Zwar sinkt die Zahl derjenigen deutlich, die sich bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) um einen Ausbildungsplatz bemühen. Noch stärker sinkt aber das Angebot an Ausbildungsplätzen. Die ehrenvolle Absicht der BA, nun endlich verstärkt die Altbewerberinnen und Altbewerber der letzten Jahre mit Ausbildungsplätzen zu versorgen, ist Makulatur.
Die Versäumnisse von Ministerin Schavan werden nun offensichtlich: Sie hat die "fetten Jahre" nicht für die notwendige Reform genutzt, sondern hat sich im scheinbaren Erfolg des konjunkturellen Aufschwungs gesonnt. Diese Politik der ruhigen Hand rächt sich jetzt und lässt den Bereich der beruflichen Bildung im konjunkturellen Abschwung abstürzen.
Auf Kosten der jungen Generation hat die Bundesregierung ein zentrales Reformvorhaben verschlafen: Die Modernisierung der beruflichen Bildung. Überfällig ist eine strukturelle Reform des Ausbildungssystems, die das Angebot an Ausbildungsplätzen endlich von der konjunkturellen Lage abkoppelt. Die Modularisierung der Ausbildung hat die Ministerin beim leisesten Gegenwind aufgegeben. Die Anrechnung von Qualifizierungsmaßnahmen auf eine spätere Ausbildung führt sie zwar im Munde, das Vorhaben harrt aber immer noch der Umsetzung. Der Ausbau von überbetrieblichen Ausbildungsstätten stagniert, obwohl dies das zentrale Element wäre, um zusätzliche Ausbildungsplätze nach dem dualen Prinzip einzurichten. Bund und Länder geben jährlich fast 3,7 Mrd. Euro für die Maßnahmen des Übergangssystems aus. Dieses Geld wird derzeit dafür verschwendet, rund 600 000 Jugendliche eher zu "verwahren" als zu qualifizieren. Würde die Bundesregierung die genannten Strukturreformen vornehmen, könnte dieses Geld endlich sinnvoll eingesetzt werden und unzähligen jungen Menschen eine echte Chance auf berufliche Qualifizierung verschaffen.
Was die Ministerin versäumt hat, verschlimmern nun die Betriebe. Nachdem sie in den letzten Jahren händeringend nach Fachkräften gesucht haben, setzen sie nun ihre Ankündigung vom Jahresbeginn um: Fast ein Drittel aller Betriebe will weniger ausbilden als im letzten Jahr. Das macht aber auch sie wieder zu Verlierern. Wer jetzt zu wenig ausbildet, dem fehlen in Zeiten des demografischen Wandels und des sich verschärfenden Fachkräftemangels beim nächsten Aufschwung die qualifizierten Arbeitskräfte.
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