Priska Hinz, MdB

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4. Januar 2006

Schlimmer statt besser! Ausbildungsplätze werden zur aussterbenden Gattung

Zu den Zahlen des Ausbildungsmarktes im Arbeitsmarktbericht Dezember 2005 erklärt Priska Hinz, bildungs- und forschungspolitische Sprecherin:

Der Mangel an Ausbildungsplätzen wird immer schlimmer. Die absolute Zahl der von den Betrieben angebotenen Ausbildungsplätzen ist so niedrig wie nie zuvor. Weil gleichzeitig die Zahl der AbsolventInnen gestiegen ist, ist nun eine Schallmauer durchbrochen: Weniger als 60 Prozent der  SchulabgängerInnen haben einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb gefunden. Im letzten Jahr schien es noch so, als könne der Ausbildungspakt den Anteil wieder steigern. Jetzt sehen wir ein weiteres Indiz dafür, dass der Ausbildungspakt nicht hält, was wir uns von ihm versprochen haben.

Bei derart klaren Anzeichen, dass das Ziel nicht erreicht werden wird, jährlich 30.000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen, so dass alle Jugendlichen ein Angebot bekommen, dürfen Bund und Länder nicht bis zum Auslaufen des Moratoriums im Frühsommer 2007 warten.

Wir fordern Frau Ministerin Schavan, die sich selbst als Berufs- und Weiterbildungsministerin sieht, auf, jetzt konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Sie muss die Wirksamkeit und Zielgenauigkeit der staatlichen
Qualifizierungsprogramme verbessern. Das Programm "Jobstarter" ist ein zu kleiner Schritt auf dem Weg dahin. Die Benachteiligtenförderung muss ausgebaut werden. Außerdem müssen die Paktpartner bis zum Sommer endlich Maßnahmen einleiten, um die Berufsreife und die Berufsorientierung der
Jugendlichen zu verbessern.

Die Wirtschaft muss mehr betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Die Zahlen des Kurzberichts des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über die Arbeitsmarktbilanz 2020 zeigen deutlich, dass Deutschlands Unternehmen die qualifizierten
MitarbeiterInnen ausgehen werden, wenn jetzt keine gute Berufsausbildung mehr stattfindet. Brancheninterne Umlagesysteme könnten geeignet sein, ausbildende Betriebe nicht auf den Kosten der Ausbildung sitzen zu lassen.

Die Länder müssen sich gemeinsam mit dem Bund anstrengen, um die Hochschulen so zu stärken, dass alle Interessierten und Qualifizierten studieren können, statt aus Mangel an Studienplätzen auch noch auf den Ausbildungsmarkt zu drängen.

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