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20. Januar 2006

Elite-Unis: Im Schatten der Leuchttürme darf es nicht dunkel werden

Zur Vorentscheidung der Gemeinsamen Kommission über die Auswahl von Elite-Unis erklären Kai Gehring und Priska Hinz:

Die von Rot-Grün auf den Weg gebrachte Exzellenzinitiative ist ein wichtiger Schritt zur Förderung von Spitzenforschung in Deutschland und hat schon jetzt eine positive Dynamik in der Hochschullandschaft ausgelöst. Deutschland braucht neben einer besseren Grundausstattung der Hochschulen auch diese zielgenaue Förderung von Spitzenleistungen ohne Gießkanne.

Falsch wäre es, wenn die Auswahl von etwa zehn Elite-Unis dazu führt, dass die übrigen Hochschulen in eine Abwärtsspirale von geringerer Reputation und sinkenden Fördermitteln geraten. Die Fokussierung auf die "Leuchttürme" darf nicht so weit gehen, dass die Mehrheit der Forschenden und Studierenden im Dunkeln steht. Die Anschlussfähigkeit an die Spitze muss durch Eigeninitiative der Hochschulen möglich bleiben. Wesentlich effektiver als die Förderung ganzer Universitäten ist die finanzielle Unterstützung von Spitzenforschung in einzelnen Fachbereichen – auch an Fachhochschulen.

Tragende Säulen einer zukunftsweisenden Förderung von Spitzenforschung sind ohnehin die erste und zweite Linie der Exzellenzinitiative. In den Graduiertenschulen können exzellente Nachwuchswissenschaftler unter optimalen Bedingungen arbeiten. Durch die Exzellenzcluster wird die regionale Forschungszusammenarbeit in Kompetenznetzwerken verstärkt.

Für die Weiterentwicklung des deutschen Hochschulsystems ist es entscheidend, dass alle Hochschulen auch künftig durch Hochschulsonderprogramme des Bundes gefördert werden können. Genau dieses bewährte Mittel will die große Koalition jedoch durch eine übereilte Föderalismusreform ausschließen. Auch aus diesem Grund brauchen wir eine grundsätzliche Debatte über die Auswirkungen der Föderalismusreform.